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Theater an der Parkaue
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STOP AND GO

Erfahrungsbericht nach der Akademiewoche (mit Videomaterial)

Michaela und Ákos Hargitay

In unserem Labor beschäftigten wir uns gemeinsam mit der Frage, wie man Bewegungen aus dem Alltag in eine Tanzsprache übersetzen kann. Ausgehend von einfachen Bewegungen auf einem Stuhl am ersten Tag, arbeiteten wir am zweiten Tag mit Bildern aus Printmedien, auf denen Bewegungen abgebildet waren, und übersetzten diese in tänzerische Bewegungen. Dabei wurde zunächst überlegt, welche Fragen an das Bildmaterial gestellt werden müssen, um zu einer Idee für eine tänzerische Bewegung zu kommen. Ein weiterer Schritt war dann die Beobachtung der Fahrgäste im Bahnhof Lichtenberg, wo wir unseren Arbeitsraum hatten. Die Bewegungen der Pendler und Reisenden wurden fotografisch festgehalten. Nicht zuletzt auch deshalb, um mit dem Ort vertrauter zu werden.

Der dritte Tag stand im Zeichen des 'Rahmens'. Welche Bedeutung hat er für die Auswahl eines selbst zu wählenden Bildausschnitts? Ausgangspunkt war hier die Bewegungsrecherche von jeweils zwei Laborteilnehmern. Während der eine Partner ein Bewegungsmotiv suchte, 'fotografierte' der andere mit den Händen, das heißt, er übernahm mit den Händen die Funktion des Objektivs und setzte einen Rahmen. Anschließend wurde mit einer Kamera fotografiert und in der eigenen Vorstellung mit dem 'händisch' gesetzten Rahmen verglichen.

Am vierten Tag besuchten wir die Station der Bahnpolizei im Bahnhof Lichtenberg und konnten dort einiges über Merkmale auffälligen Verhaltens erfahren. Einer der Polizisten erklärte uns, wann aus sicherheitstechnischer Perspektive Bewegungen im öffentlichen Raum als auffällig registriert werden.

Am fünften Tag schnitten wir Rechtecke in den bis dahin abgeklebten Fenstern unseres Arbeitsraums, dem ehemaligen Mitropa-Café im Bahnhof Lichtenberg. Da der Raum in der ersten Etage liegt, konnten wir von dort nach unten in die große Halle schauen und durch unsere Rechtecke die Menschen beobachten. In einem weiteren Schritt wurden die Vorgänge in der Halle abgefilmt und nachgestellt. Die nachgestellten Bewegungssequenzen wurden auf dem 'Originalschauplatz' wiederholt und nochmals abgefilmt. Hinzu kamen andere, selbst erarbeitete choreografische Elemente. Auf diese Weise entstand in der Bahnhofshalle eine Choreografie, die ihr Material aus dem Ort selbst bezog.

Am Abschlusstag der Akademiewoche wurden die Zuschauer per Shuttlebus vom Theater zum nahegelegenen Bahnhof gefahren. Sie konnten dort die zusammengefügten Elemente in Form einer Performance Lecture sehen.





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