TIYATROTEM ist eine Off-Theatergruppe aus Istanbul mit einem eigenen Atelier, die sich auf eine moderne Inszenierungsweise des traditionellen türkischen Schattentheaters spezialisiert hat. Im Kern besteht TIYATROTEM aus Ayse Selen und Şehsuvar Aktas. Je nach Produktion ist auch der Dramaturg und Theoretiker Çetin Sarıkartal beteiligt. In ihrem Atelier stellen Ayse Selen und Şehsuvar Aktas ihre Produktionen her und bringen sie an unterschiedlichen Orten – auch international – zur Aufführung.
Über sich selbst schreiben sie:
"Von den tradierten Formen des Erzählens bis hin zum zeitgenössischen Theater zeigen die Einsatzmöglichkeiten theatraler Mittel im Theater mit Puppen wie im Karagöz (türkisches Schattentheater), Ortaoyunu (Improvisationstheater), Meddah (Storytelling) und Tekerleme (freche, schlagfertige, kurze Märchen im türkischen Erzähltheater), dass das Erzählen von Geschichten und später das Volkstheater unentwegt pendelte zwischen Illusionsbehauptung und Illusionsbrechung und dass die Texte stets selbstreferentiell waren.
TIYATROTEM bricht zu einer Reise auf, um dieses wunderbare, aber schwierige Erbe zu bergen. Die Stücke LAHANA SARMA (DER KOHL), BÖYLE DEVAM EDEMEYIZ (SO KÖNNEN WIR NICHT WEITERMACHEN) und ALEM BUYSA KRAL ÜBÜ ( WENN DIE WELT SO IST, IST UBU DER KÖNIG) sind gekennzeichnet durch die charakteristischen Merkmale des Tekerleme, eine symmetrische Anordnung bzw. Wiederholung von Momenten, Situationen und Ausdrücken sowie Imitationen, falsche Aussprache, selbstreferentielles Spiel, aus-der-Rolle-Treten, die Rolle in der Rolle, der Akt im Akt, Verfremdungseffekte und eine Vermischung von Ironischem und Groteskem, was ebenso zur Erzähl- und Theatertradition in der türkischen Kunst gehört."