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Theater an der Parkaue
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METROPOL ÜN SESI – METROPOLENSTIMMEN

Erfahrungsbericht nach der Akademiewoche

Christian Reiner

Mein Hauptziel war es, im Labor den spielerisch-musikalischen Umgang mit Stimme und Sprache (ausgehend von der Sprechstimme) zu praktizieren, was gut gelang. Alle Teilnehmer kamen mit Interesse an der Stimmarbeit, meist auch mit Erfahrungen in verschiedenen musikalischen Bereichen, und beteiligten sich aus dem Stand heraus an den Improvisationen.

Schon ab dem ersten Tag improvisierten wir täglich mehrere Hörstücke. Auffällig war hierbei, dass sich die Gruppe schnell zum Team entwickelte. Von den verschiedenen Möglichkeiten, mit Mund und Stimme Klänge zu erzeugen, wurde als erstes das 'Sprechen in Fantasiesprachen' als Mittel entdeckt und benutzt. Nachdem an den ersten Labortagen vorrangig 'wortlos' gearbeitet worden war, entwickelten wir, wiederum improvisatorisch, Texte, die mehr und mehr Einzug in die Hörstücke fanden.

Weiterer wichtiger Bestandteil des Labors waren Exkursionen, bei denen wir auf Schriftzüge im Stadtraum achteten und uns das akustische Stadtbild Berlins an verschiedenen Orten anhörten, um dieses später in Stimmimprovisationen zu übersetzen. Hierbei ging es nicht um ein originalgetreues Imitieren, sondern um das Um- und Übersetzen des Gelesenen und Gehörten.

Der weitgehende Verzicht auf theaterpädagogische Bewegungs- oder Berührungsspiele erwies sich in diesem Labor als richtige Entscheidung im Sinne einer Fokussierung. Ich wollte nicht von der eigentlichen Stimmarbeit ablenken und die Situation vermeiden, dass es eine Art Spiel- oder Übungsleiter gibt, der eine Gruppe führt. Das wäre gegenläufig zu meiner Idee gewesen, dass sich jeder Teilnehmer eigenständig und mit seinen individuellen Mitteln an der Improvisation beteiligt. Daher kamen solche Übungen nur am Rande und wenn, in kurzen Aufwärmphasen vor.

Die Fokussierung auf die Arbeit mit der Stimme wirkte sich nach meinem Empfinden sehr angenehm auf die improvisierten Hörstücke aus, die vielleicht gerade dadurch Strukturen aufzeigten, wie sie besonders im Free-Jazz der 1970er-Jahre zu finden sind.

In unserem Labor-Team gefiel mir die hohe Toleranz den anderen gegenüber und ich hatte das Gefühl, dass es für alle gut war, mit Stimme und Sprache frei improvisieren zu können, ohne Erwartungshaltung und genaue Vorstellung von dem, was am Ende dabei herauskommen mag.

Zum Abschluss der Woche gab es eine öffentlich vorgetragene Stimmimprovisation im Rahmen der Präsentation aller Labore. Ich war beeindruckt von den Improvisationen, das heißt, wie jeder Einzelne auf den anderen hörte und auf ihn reagierte und dadurch etwas Gemeinsames entstand.



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