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Theater an der Parkaue
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TWICE UPON A TIME

Erfahrungsbericht nach der Akademiewoche

Zekiye Sarıkartal

Märchen gelten als reiche Quelle zur Visualisierung von alltäglichen Erfahrungen, Erinnerungen und den damit verbundenen Gefühlen. Unser Ausgangspunkt waren persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen, die von den klassischen Märchen hervorgerufen wurden. Wir wollten das Märchen, in dem wir leben, visualisieren. Das 'Wiederlesen' dieser Märchen lange Zeit nach der Kindheit eröffnete die Möglichkeit, aus einer neuen Perspektive die in ihnen enthaltenen Motive mit individuellen Erfahrungen und Abenteuern zu verbinden. Ein entscheidendes Element waren die fantastischen, unrealistischen Elemente in den Märchen; denn durch sie wird deutlich, dass Märchen keine nützlichen Hinweise auf die äußere Welt geben wollen, sondern modellhaft den inneren Entwicklungsprozess eines Individuums darstellen.

Nachdem die Teilnehmer die wiedergelesenen Märchen diskutiert hatten, bekamen sie einige Hinweise dazu, wie Märchenmotive mit alltäglichen Themen und Situationen aus unserem Privatleben zusammenhängen. Die Laborteilnehmer begannen, neue Bilder – 'Ersatzbilder' – für solche Situationen, für bestimmte Figuren oder Objekte aus dem Internet und aus Zeitschriften herauszusuchen. Die Bilder wurden unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Textur, der Farbe, des Umrisses, der Größe des ausgeschnittenen Bildes und der Menge des Bildmaterials bearbeitet: Sie wurden entweder durch einen Overheadprojektor vergrößert oder mittels eines Fotokopierers verkleinert.

Weiterhin wurden die Teilnehmer angeregt, aufgrund der Emotionen und Gefühle, die die Märchen bei ihnen hervorriefen, analoge Zeichnungen anzufertigen. Sie sind Ausdruck einer inneren Erfahrung der verschiedenen Bedeutungsebenen der Märchen und der realen Welt. In der Analyse dieser Zeichnungen wurde sichtbar, wie unser Geist schon Figuren und Linien, die für bestimmte Gefühle stehen, auf dem Papier platziert hatte. Die Zeichnungen wurden zusammen mit den zuvor ausgesuchten Bildern im Raum ausgestellt. Wie eine Komposition aus Schatten und Linien wurden sie separat an der Wand, auf dem Boden, an der Decke und an den Fenstern angebracht.

Im Ergebnis erhielten wir einen Raum, der zu einem Ort unserer Emotionen, unserer Erinnerungen und unseres Geistes wurde. Die einfühlsame Raumforschung der Teilnehmer beruhte darauf, den Ort für die von einem selbst bevorzugte oder verhasste Geschichte zu finden. Die Teilnehmer fanden nicht nur einen durch die eigene Arbeit individuell definierten Rahmen innerhalb des Raumes, sondern es entstand auch ein dichtes, in den Raum veräußertes Geflecht aus Schichten durch die wechselseitigen Bezüge der einzelnen Arbeiten.


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