Sprungmarken: Seiteninhalt, Navigation

Theater an der Parkaue
Sie sind hier: WINTERAKADEMIE 3 Labore (T)RAUMSCHIFF |  

(T)RAUMSCHIFF

Erfahrungsbericht nach der Akademiewoche

Viktor Scholz

Das von Mathias Heyden geleitete Labor (T)RAUMSCHIFF beschäftigte sich während der Akademiewoche mit Schiffen – mit Kreuzfahrtschiffen, Raumschiffen, Luxusyachten, Rettungsbooten, Luftkissenbooten. Schiffe dienen schon seit jeher dazu, von einem Ufer zu einem anderen überzusetzen. Was liegt da näher, als sich während der Akademiewoche mit dem Bauen von Schiffen zu beschäftigen? Schließlich ist nicht nur das Fahren auf einem Schiff eine Übersetzung, sondern auch jeder Plan, der zum Bau eines Schiffes angefertigt werden muss, und das Bauen selbst ist dann ebenfalls wieder eine Übersetzung vom Reißbrett in den konkreten Raum.

Zuerst wurden Traumvorstellungen gesammelt: Wie sieht mein Schiff aus? Fliegt es, fährt es, schwimmt es? Was gibt es dort? Will ich mir auf dem Schiff einen netten Tag machen oder darauf leben? Die Entwürfe zeigten überraschenderweise tatsächlich ausschließlich Wasserfahrzeuge, die einiges an Bord bzw. auf dem Sonnendeck zu bieten hatten: Familien, Freunde, Gärten, Flachbildschirme, große Segel, Duschen, Tierparks, Bibliotheken und Wellnessbereiche.

Beim Besuch des Deutschen Technikmuseums wurde deutlich, was auf einem Schiff möglich ist und was nicht und vor allem: was ein Schiff außer einem Garten noch so braucht. Wieder im Theater wurden alle Ideen überprüft. Weg mit dem Tierpark, das Sonnendeck muss kleiner werden, das Fernsehprogramm können wir selbst gestalten. Was wir brauchen sind: mehrere Decks, Kojen, Masten, Segel, Anker, Steuerruder. Es entstand ein gemeinsamer Entwurf.

Zum Bauen hatten wir viele Seile, Stoffe, lange Bambusstangen und noch drei Tage Zeit. Nach langen Diskussionen über Knotentechniken waren beim Binden der Stangen die letzten Gedanken an eine Yacht mit Hubschrauberlandeplatz bald vergessen. Dafür entstand nun etwas fast noch Schöneres: ein eigenes Floß!

Am Donnerstagabend waren Boden und Mast fertig. Als sei es das Initiationsritual einer verschollenen Gruppe von Freibeutern, ging jeder für sich allein über das Floß und sang ein Lied. Die Schwersten zuerst. Und das Floß hat gehalten!

Nachdem die Stabilität geprüft und das Segel gehisst war, kehrte eine Frage in den Raum zurück: Kann sich das Floß mit den Traumschiffen messen? Die Gruppe wollte mehr. Doch nicht, weil das Bambusfloß zu kahl erschien, sondern aus Lust am Bauen. So wurde am Samstag noch ein kleines Zelt als Wohnung improvisiert. Ein Anker kam in letzter Minute ebenfalls hinzu. Das Floß, das inzwischen fast den kompletten Raum der großen Hinterbühne einnahm, wurde für fertig erklärt.

Nach anfänglicher Skepsis hatte am Ende jeder das Gefühl, Teil einer Mannschaft geworden zu sein, die durch selbstständige Organisation etwas Großes geschaffen hatte.


Navigation

Förderer & Partner:

Förderer & Partner

Sprungmarken: Seitenanfang, Seiteninhalt, Navigation