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Theater an der Parkaue
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WOLFSHAUSEN

Başak Kaptan beschreibt ihre Akademiewoche mit den teilnehmenden Kindern

Ausflug Tierpark
Das Labor WOLFSHAUSEN war in drei Etappen gegliedert. Die erste Stufe bestand aus einer Exkursion in den Zoo und dem Besuch eines Tierstimmen-Archivs. Bei beiden Besuchen konnten die Kinder durch die Experten alles über Wölfe erfahren. Dokumentiert wurde diese Etappe durch die Aufzeichnung verschiedener Umgebungsgeräusche und der Gespräche, zudem wurden die Exkursionen auf Video aufgezeichnet. Der zweite Schritt galt den Überlegungen, aus welchen Materialien die Wolfshäuser gebaut werden. Jedes Kind hatte Zeichnungen von Wolfsbehausungen angefertigt. Sie hatten an einem Vormittag die Gelegenheit, diese Zeichnungen einem Architekten zu zeigen, der eingeladen war, um etwas über Arbeitsprozesse in der Architektur und Überlegungen beim Planen eines Hauses zu erzählen. Die dritte Etappe war die Umsetzung der Ideen in Häuser und das Vertraut machen mit den Arbeitsmaterialien. Die Kinder blieben während der Umsetzung bei ihren Entwürfen, manche Hauszeichnungen wurden nur leicht aufgrund der Kritik und Anmerkungen des Architekten verändert. Die verwendeten Materialien reichten von Fellen, über Stofffetzen bis hin zu Pappkarton, Papier, Gipsbändern und Kabeln. Manche Kinder schlossen sich für die Arbeit an ihren Wolfshäusern zu kleinen Gruppen oder Paaren zusammen. In der Gruppe wurde dann entschieden, welcher Entwurf verwirklicht werden sollte. Zwei Gruppen entschlossen sich, ihre Häuser durch eine Brücke zu verbinden. Eine andere Gruppe platzierte ihre Häuser auf zwei gleichen Bäumen. Eine dritte Gruppe verband die Häuser, indem sie eine Röhre wie eine Brücke zwischen den beiden eng beisammen stehenden Gebäuden einsetzten. Die Schwierigkeit Häuser zu verbinden, veranlasste die Kinder nicht nur über ihr eigenes Wolfshaus nachzudenken, sondern auch über das der anderen und die Gesamtgestaltung von Wolfshausen mit zu entwickeln. Dadurch fühlten sich auch die anderen ermutigt, etwas über die Gestaltung des Raumes der anderen zu sagen.

Wölfe in Büchern
Die Gestaltung der idealen Wolfshäuser resultierte darin, ihnen eher eine kellerartige Struktur zu geben, kleine Hütten zu konstruieren, Häuser mit Fenstern, Türen und Dächern oder eingerichtete zweigeschossige Wohnungen zu bauen. Fast die Hälfte der Kinder beschäftigte sich mit dem Thema Sicherheit. Manche stellten bewaffnete Bodyguards vor die Tore. Eine Zweiergruppe baute einen Balkon – nicht um dem Wolf einen schönen Ausblick zu bieten, sondern um dem Sicherheitsbeauftragten, dem Bodyguard, einen besseren Überblick über etwaige Gefahren zu verschaffen.

Für die Abschlusspräsentation ordnete ich die Häuser nebeneinander auf einem hügeligen Untergrund an. Ich bearbeitete und schnitt die Aufnahmen von unseren Exkursionen sowie die zur Verfügung gestellten Wolfslaute aus dem Tierstimmarchiv. Ich wählte einige Expertengespräche und Fragen der Kinder zu den Wölfen aus und mischte diese mit dem Wolfsgeheul. Die so entstandenen Soundtracks verteilte ich über kleine Lautsprecher in die von den Kindern gebauten Häuser, so dass aus ihnen heraus Stimmen von Menschen und Wölfen zu hören waren.

Planung Töne
Der Annäherungsprozess der Kinder an die Wölfe, also das spielerische Aneignen von Verhaltensweisen des Wolfs und die Reflexion darüber, verliefen immer wieder parallel zur Arbeit an den Häusern. In Spielen fanden die Kinder raus, worin der Unterschied besteht, in einem 'Rudel" aufzutreten oder sich als einsamer Wolf zurückzuziehen. Dadurch wurden die wechselseitigen Beziehungen zwischen individuell und gemeinschaftlich genutztem Raum erfahrbar gemacht.


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