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Theater an der Parkaue
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PRIMA ZIMMER

Laborbericht nach Ende der Akademiewoche

Maja Das Gupta / Mathias Heyden

Am Anfang des Labors stand ein Würfel. Ein Tisch, ein Zimmer, ein Haus? Es ging um die Wünsche des eigenen Wohnens und die Möglichkeiten des Miteinander-Wohnens. Den Ideen folgten Zeichnungen und Modelle. Und daraus wurden elf "prima Zimmer", alleine stehend, zusammen benutzbar, zum Wohnen, für Sport und Spiel.

In den ersten Tagen waren die Teilnehmer damit beschäftigt, ihr Zimmer zu zeichnen "so, wie es ist" und aus Pappe den Tisch maßstabgetreu nachzubauen. Einige wollten sich gleich mit Säge und Hammer auf den Tisch stürzen und waren nur schwer davon zu überzeugen, im folgendenDreischritt vorzugehen: Zunächst sollte eine Zeichnung des idealen Zimmers angefertigt werden, dann die Umsetzung am Pappmodell erfolgen und dann das Pappmodell übertragen werden auf den massiven 1m x 1 m Tisch. Dieser war so gebaut, dass er sich mühelos auseinandernehmen ließ. Die verschiedenen Platten, aus denen er zusammengesetzt war, boten die Möglichkeit, Innen- bzw. Außenräume anzudeuten.

Bereits die Zeichnungen des Zimmers "wie es ist" waren sehr unterschiedlich. Manche hatten ihre Zimmer maßstabgetreu aufgezeichnet, andere zeichneten Aspekte ihres Zimmers, die ihnen wichtig waren. So gab es surrealistisch große Betten in diesen Zimmern oder das bewusste Weglassen von Gegenständen, die in der persönlichen Wertschätzung weiter unten rangierten.

Das "ideale Zimmer" bestand für die einen darin, das "reale Zimmer" zu perfektionieren. In diese Richtung einzuordnen wären die Zimmer MEIN SCHÖNSTES ZIMMER, das in dem Sinne ideal war, als es vollständiger ausgestattet war als das reale Zimmer, sowie das TROPISCHE ZIMMER, das im Unterschied zum realen Zimmer nicht nur von zwei Vögeln, einem Hamster und Fischen, sondern exotischeren Tieren bewohnt wurde. Beide Zimmer waren eine Fortführung des eigenen Zimmers zu Hause.

Andere Teilnehmer hingegen bevorzugten als Methode das bereits erwähnte pars pro toto-Prinzip: Die Teilnehmerin, die Wasser liebte, baute sich ein WASSERZIMMER indem das Zimmer nach außen durch einen Wasserfall begrenzt wurde. Eine andere Teilnehmerin, deren Zimmer BLAUE LAGUNE sich ebenfalls dem Meer widmete, wählte sich das WASSERZIMMER zur Nachbarschaft. Die BLAUE LAGUNE arbeitete jedoch nicht mit surrealistischen Mitteln wie den Türen aus Wasserfällen, sondern mit der Farbe blau als optisches Element.

Ein Teilnehmer, der gern tanzte, baute sich ein Zimmer, das im Handumdrehen zum öffentlichen Raum und zur Bühne für seinen Breakdance wurde. Zwei Teilnehmer, für die Fußball eine wichtige Rolle spielte, bauten gemeinsam ein FUSSBALLZIMMER, das erst durch das Zusammenschieben der Tische als Fußballfeld tauglich wurde. An dieser Stelle wurde zunehmend die Frage wichtig, ob die Teilnehmer Räume zur Mitbenutzung anbieten wollten, ob man sich nicht auch gegenseitig ergänzen konnte.

Während manche Zimmer eher als "private Einheit" wahrgenommen werden konnten, waren andere Zimmer eindeutig öffentlich, da sie ein Mitnutzungsangebot an andere Zimmer ermöglichten wie beispielsweise das aus zwei Zimmern bestehende FUSSBALLZIMMER, das LESE-SCHACH-ZIMMER oder das BREAKDANCEZIMMER. Privat und dennoch mitnutzbar war das Zimmer BLUMENWIESE, das sein Mitnutzungsangebot aber ausschließlich an das TROPISCHE ZIMMER und an das SCHÖNSTE ZIMMER DER WELT formulierte. BLAUE LAGUNE und WASSERZIMMER boten sich eher gegenseitige Besuchsrechte an, als eine tatsächliche Mitnutzung, da es bei dieser Form eher um ein Wohngefühl ging als um eine Tätigkeit wie Fußballspielen, Tanzen bzw. eine Wiese nutzen.

Das interessanteste Ergebnis des Labors war, dass tatsächlich jeder Teilnehmer in der Wohnform eine Ausdrucksform gefunden hat, die eingangs beschriebenen Grundinteressen / Hobbies entsprachen und gleichzeitig das "Zusammenwachsen" der Gruppe innerhalb der Woche wahrzunehmen war in der Art und Weise, wie Mitbenutzungsmöglichkeiten angeboten wurden.





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